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Den Wechsel habe ich nie bereut. Man muss ihn nur wagen.

Daniela Junge, 33, ist examinierte Altenpflegerin. Sie arbeitet seit 2012 in der pflegerischen Patientenversorgung im UKE und ist seit Kurzem stellvertretende Stationsleitung im Zentrum für Psychosoziale Medizin.

„Meine Mutter, Schwester, Oma, Tante und Cousine, also gefühlt die Hälfte meiner Familie, war oder ist in der Pflege tätig. Da war für mich die Richtung klar. Ich habe nach der Realschule den Beruf der Altenpflege gewählt und nach dem Examen drei Jahre im Alten- und Pflegeheim sowie in der ambulanten Pflege gearbeitet. Was mir besonders gefiel: Man arbeitet direkt am Menschen und trägt dazu bei, dass es ihm gut geht. Eine schöne und sehr erfüllende Aufgabe.

Aber irgendwann schlich sich dieses Gefühl ein: Da fehlt noch was, da geht noch mehr. Ich war neugierig, wollte neue Wege der Pflege kennenlernen, Erfahrungen sammeln, ein tieferes Verständnis für Zusammenhänge gewinnen und vor allem: Meinen eigenen Horizont erweitern. Und wo, bitte schön, kann man das besser als im UKE, in einem Krankenhaus der Maximalversorgung, wo Forschung und Lehre mit einbezogen werden? Ich war mir sicher, dass ich dort die maximalen Möglichkeiten in der beruflichen Weiterentwicklung erfahren kann. Demzufolge habe ich eine Initiativbewerbung an das UKE geschrieben und kurz darauf eine Stelle in der Gerontopsychiatrie erhalten.

Das war 2012 und ein Volltreffer, denn ich konnte an meine Erfahrungen im Alten- und Pflegeheim anknüpfen: Neben Demenzerkrankungen sind Depressionen die häufigsten psychischen Erkrankungen im Alter.

Anfangs war ich unsicher: Bin ich gut genug? Kann ich als Altenpflegerin mit den Gesundheits- und Krankenpflegekräften mithalten? Aber das legt sich schnell. Ich habe spannende Fortbildungen besucht: Soziales Kompetenztraining, Akupunktur, Progressive Muskelentspannung etc. Das konnte ich unmittelbar auf der Station anwenden und tue es auch heute noch.

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Im Rahmen eines internen Jobtauschs habe ich dann mal sechs Wochen auf der P3, der Station und Tagesklinik für Erwachsene mit Depressionen, gearbeitet – und war so angetan, dass ich mich vor zwei Jahren auf eine Stelle dort bewarb und sie bekam. Die Patientinnen und Patienten verbringen bis zu zwei Monate auf unserer Station. Ähnlich wie in der Langzeitpflege kann man auf solch einer Station eine Beziehung zu den Patienten und Patientinnen aufbauen, was mir besonders wichtig ist ..

Seit Kurzem bin ich die stellvertretende Stationsleitung der Station P3. Anderthalb Jahre hatte ich mich parallel zur Arbeit weiterqualifiziert und konnte in der Akademie für Bildung und Karriere einen Leitungskurs für Gesundheitsfachberufe besuchen. In dieser Weiterbildung habe ich das Handwerkszeug für meine heutige Leitungsaufgabe gelernt: Wie stärkt man die Motivation der Mitarbeitenden? Wie hält man ein Team zusammen, wie bringt man es voran?

Nun arbeite ich in der Pflege und im Management des Teams. Ein Spagat, der mir Freude bereitet und Herausforderung bietet. Den Wechsel habe ich nie bereut. Man muss ihn nur wagen.